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was ist SAP R/3

SAP R/3® ist natürlich eine Abkürzung! Den drei Buchstaben sind schon jede Menge Erklärungen angedichtet worden. Das Original:
Systeme Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung
(bzw. "Systems, Applications, Products in Data Processing" für den Rest der Welt)
und R/3® ist die Produktbezeichnung, korrekt nur zusammengeschrieben: SAP R/3®. Begonnen hat alles 1973 mit R/1. Dann kam 1981 SAP R/2. Im Jahre 1992 dann SAP R/3. Seit 2003 gibt es dann die neue Bezeichnung (und Technologie!) SAP NetWeaver. SAP und R/3® sind eingetragene Markenzeichen der SAP AG.

Das Original ist dann doch etwas trocken oder? Schon besser ;-)) sind folgende:
  • Sicherer Arbeitsplatz für Programmierer
  • Search And Pray
  • Schnell - Ausgereift - Plausibel                       noch mehr >>


In der Newsgroup de.alt.comp.sap-r3 ist auch vom Absender "webmaster@sap-ag.de" überliefert worden, was denn die schöne Abkürzung R/3 ® (übrigens seit 1987 in der Entwicklung und seit 1992 am Markt) bedeutet:

R : realtime-processing - Echtzeitverarbeitung
3 : Dreistufige Client/Server-Architektur


Ursprünglicher Name (1972): Systemanalyse und Programmentwicklung. Das von fünf ehemaligen IBM-Consultants (Dietmar Hopp, Hans-Werner Hector, Hasso Plattner, Klaus Tschira und Claus Wellenreuther) gegründete Unternehmen wurde dann 1977 in eine GmbH umgewandelt und zog in die Metropole Walldorf. Seit 1988 kann man Aktien dieses Unternehmens an der Börse erwerben. Die SAP AG ist an verschiedenen Börsen einschließlich der Frankfurter Wertpapierbörse und der New Yorker Wertpapierbörse (NYSE) unter dem Tickersymbol "SAP" gelistet.
 

 
Den Umfang der SAP-Software zu beschreiben ist sehr schwierig. Ich versuch das mal mit meinen eigenen Worten: im Prinzip soll mit Hilfe der SAP-Software eine Firma komplett gesteuert / bedient / bearbeitet werden können. Ziel ist es, dass die Benutzer (Firmenangestellte / Arbeiter) nur noch das SAP-System benötigen. Sonst nichts. Noch nicht mal eine E-Mail-Software oder WORD etc. Theoretisch ist das auch möglich, in der Praxis sind die wenigsten Anwenderbetriebe so konsequent und verzichten z.B. auf ein separates E-Mail-System.
 
Das Ganze ist äußerst komplex. Klitzekleines Beispiel aus einen Fertigungsbetrieb (Maschinenbauer): ein Kunde benötigt drei Stück Achsen. Die werden mit M24 Muttern befestigt. Wenn jetzt z.B. neue M24-Muttern benötigt werden kann man natürlich den Lieferanten seines Vertrauens anrufen und sagen '...schick mal 1000 Stück...'. Das wäre aber zu kurz gedacht. Die Muttern sollen ja nicht am Lager liegen bleiben sondern hoffentlich für einen konkreten Auftrag verbaut werden. Angenommen das ist der Fall. Dann ruft z.B. der Kunde gerade an und der Verkäufer will den Auftrag über die 3 Achsen im System angelegen. Der Kunde hat einen Wunschliefertermin. Der wird eingegeben. Das System rechnet jetzt: das Fertigen dauert 5 Tage und am 6. Tag müssen die Muttern verbaut werden. Das Ganze steht in der hinterlegten Stückliste und dem zutreffenden Arbeitsplan. Das System errechnet jetzt beim Anlegen des Auftrags dass nicht mehr genug Muttern am Lager sind und auch nicht bis zum 6. Tag geliefert werden und deshalb der Wunschliefertermin nicht eingehalten werden kann. Das sagt der Verkäufer dem Kunden. Der Kunde fragt natürlich '... wie lange dauert das dann?...'. Und jetzt kommt die eigentliche Funktion des SAP-Systemes ins Spiel. Das System ermittelt die Fehlteile und zu fertigenden Teile und wie lange das alles dauert. Z.B. die Muttern: hier wurden in der Vergangenheit natürlich auch schon oft Muttern bestellt. Aus diesen Erfahrungswerten weiß das SAP-System dass die Lieferzeit für die Muttern i.d.R. 4 Tage beträgt. Da aber nächste Woche auch noch ein Feiertag ist schlägt das System +5 Werktage als mögliche Lieferterminzusage vor. Dann prüft das SAP-System noch ob die Fertigung dass überhaupt noch in den nächsten x Tagen fertigen kann. Und siehe da: bis nach den Werksferien total ausgelastet. Also 42 Tage Lieferzeit. Der Kunde akzeptiert und der Verkäufer sichert die Bestellung. In diesem Moment wird eine Bestellung für die Muttern ausgelöst. Gleichzeitig wird ein Fertigungsauftrag für die Schlosserei ausgelöst. Die Arbeitspläne werden erzeugt. Die Hilfsmaterialien werden disponiert etc. etc. etc...
 
Um das Ganze zu verkomplizieren - wodurch natürlich jede Menge weitere Funktionen angestoßen werden: der Verkäufer ist kein Mensch, sondern ein Webshop. Es wird bei unterschiedlichen Lieferanten eingekauft (wegen Abhängigkeiten etc.). Die unterschiedlichen Lieferanten müssen entweder per Brief oder E-Mail oder per EDI kontaktiert werden. Es sind konfigurierbare Stücklisten (d.h. wie bei einem Auto sind Sonderausstattungen möglich) und unterschiedliche Arbeitspläne je nach Werk in dem gefertigt wird. Ist der Käufer auch kreditwürdig? Ist es sinnvoll nur 10 Muttern (die halt gerade fehlen) zu bestellen, oder sollten - da sowieso laufend welche gebraucht werden - nicht mehr bestellt werden um eine Lieferstaffel = Preisnachlass zu erhalten. Und wenn ja wie viele Muttern? Der Kunde möchte eine Auftragsbestätigung per Fax. Der Zulieferer für die Achsschenkel benötigt einen Aufrag etc. etc. etc.
 
Wenn man seine Firma kennt werden einem die meisten Antworten spontan einfallen, man hat ja Erfahrung. Oder es liegt alles am Lager. Wenn das aber alles sehr groß und sehr komplex ist, was dann? Und zu welchem Preis soll ich das dem Kunden verkaufen?
Dazu kommen noch weitere buchhalterische Ansätze: z.B. habe ich überhaupt Gewinn mit den 3 Achsen gemacht? Oder war die Sonderbestellung / Sonderfertigung von solch einer kleinen Charge nicht sogar schädlich, wg. Umrüstzeiten etc. und führte zu einem Verlust. Welche Konditionen hat der Käufer ansonsten, bestellt er genug im Jahr? Und wenn er anruft soll beim Verkäufer direkt ein Fenster aufpoppen mit seinen offenen Bestellungen, allen Kundendaten usw.  - Etc., etc., etc...
 
So, ist doch länger geworden diese Absatz. Und ich bin noch lange nicht fertig. Das Beispiel ließe sich nahezu uferlos ausbauen.
 

 
Wer wendet SAP an: man hört immer das ist nur was für große Firmen. Lohnt das überhaupt für kleine Firmen? Dazu folgendes: SAP gibt es in verschiedensten Ausführungen und zu verschiedensten Umfängen. Das fängt mit Business-One zu ca. 20.000 € an (Software inkl. Einführung + Schulung) und endet dann irgendwann bei mehreren Millionen für eine komplette Neueinführung in einem Konzern. Die Wahrheit liegt wie immer dazwischen.
 
So hat z.B. die Deutsche Welthungerhilfe SAP im Einsatz. Das ist ein eingetragener Verein! Die haben zwar nicht allzu viele Angestellte aber sehr sehr viele Buchungen. Dafür benötigen die aber auch nur eine ganz kleines Segment der SAP-Software. Und dann ist SAP wiederum die beste Wahl. Zumal auch gleich alle Daten für das Spendensiegel automatisch und prüfbar erzeugt werden können = niedrige Verwaltungskosten.
 
Oder der Versandhändler mit seinen insgesamt 25 Lagerarbeitern und Angestellten.  Er benötig ein System, dass mit allen anderen Systemen elektronisch kommunizieren kann (um z.B. elektronische Kataloge einzulesen, Webshop automatisch erstellen/pflegen, Bestellungen an Lieferanten versenden, Auftragsbestätigungen elektronisch empfangen, den Logistikdienstleister mit den Paketdaten versorgen,  etc.,). Auch muss das System auf alle Fälle zukunftssicher sein. Nur so kann es sein Geschäft mit nur 25 Mitarbeitern überhaupt auf Dauer abwickeln. Zur Einführung des SAP-Systemes werden zwar kurzfristig (ca. 1...6 Monate) ein Team von 3...10 Beratern einer Unternehmensberatung für SAP benötigt, aber danach läuft das System wartungsfrei und wird allein von den 25 eigenen Mitarbeiten betreut. Er wendet nur Standard-Szenarien des SAP-Systemes an. Dadurch wird auch für den Versandhändler das SAP-System zu der insgesamt sinnvollsten Lösung. Halt ALL-In-ONE.
 
 



Ein paar Zahlen aus verschiedenen SAP-Selbstdarstellungen (Stand 2002):

SAP - 30 Jahre Erfahrung im Business für das E-Business
10 MILLIONEN USER - 36.000 INSTALLATIONEN - 1.000 PARTNER - 22 BRANCHENLÖSUNGEN:
Gegründet im Jahr 1972, ist SAP heute der weltweit führende Anbieter von E-Business-Softwarelösungen, die Prozesse in Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinweg integrieren. Weltweit ist das Unternehmen SAP mit Hauptsitz in Walldorf, Baden der drittgrößte unabhängige Softwarelieferant. SAP beschäftigt mehr als 24.100 Menschen in mehr als 50 Ländern, die für ihren weitreichenden Service und Support rund um den Globus bekannt sind.
2002: Die SAP hat 18.000 Kunden, 29.300 Angestellte und feiert 30sten Geburtstag



Einen Abriss der Entstehungsgeschichte gibt es bei der SAP AG ausnahmsweise auch auf deutsch. Er ist wirklich lesenswert. Zur Software R/3 gibt es auch eine 'History'.


Einen schönen Überblick über die Begrifflichkeiten bot das OneVoice SAP-Marketinghandbuch mit vielen Infos zur Strategie etc. Leider war es nur OSS-Nutzern zugänglich.


Weiterführende Infos in der Wikipedia oder im Weblexikon.


Mittlerweile gibt es sogar einen SAPwiki, in dem jeder sein Wissen über SAP ablegen kann und sollte, da Wikis vom Mitmachen leben.